Greifer oe1 Zeit-Ton
Eine Sendung vom 18.und19.April 2016
Heimat Ostalpen Gestaltung: Lothar Knessl Chordophone einmal anders. Nicht in die Saiten der Volksmusik gegriffen, sondern durchaus zeittönig geblieben: ein unkonventioneller Abend, Mitte Januar veranstaltet von der österreichischen Sektion der IGNM im Radiokulturhaus, dominiert von der markanten und obertonreichen Klangwelt der „populären“ Instrumente Zither und Hackbrett. Kaum für möglich hält man, was alles sich da klangspezifisch abspielt, vor allem, wenn sich auch noch Live-Elektronik einmischt. Diesmal darf obendrein ein Quäntchen Lokalpatriotismus mitschwingen: Im Programm drei österreichische Komponistinnen, Katharina Klement, Manuela Kerer und Elisabeth Harnik, ihrer zwei bereichern den hellen Klang des Zither-Trios Greifer elektronisch, die Drittgenannte überantwortet ihr Stück dem von Bruno Strobl (derzeit Präsident der IGNM-Sektion) geleiteten Ensemble MusikFabrikSüd, das oft das übliche Instrumentarium mit Raritäten anreichert. Zum Beispiel Peter Jakobers „schemen“ für Harfe, Vibraphon, Streicher sowie eben auch Hackbrett und chromatische Diskantzither. Jakober erhielt im Vorjahr den Kompositionspreis der Erste Bank. Und noch zwei Österreicher sind dabei: Hannes Kerschbaumer mit einem Stück für Zither-Trio, und Thomas Amann, mittlerweile vielbeachtet, mit einer Komposition für Ensemble. Die älteste erhaltene Zither aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt übrigens aus den Ostalpen und wird, wie das Hackbrett, im Alpenraum gern gespielt. „Zithern“ wir uns also durch ein sozusagen urwüchsiges Musikerlebnis.